Als ich mal aus Neugier die Plastik-Verkleidung meiner Hexagon abgeschraubt hatte konnte ich ganz wunderbar auf den Ansaugstutzen sehen. Das ist ein abgewinkeltes Gummi-Stück zwischen dem Vergaser und dem Zylinder, durch das dass Benzin-Luftgemisch angesaugt wird. Dieser Anblick erfeute mich:

 
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Nun denkt man sofort: Huch, das sieht aber irgendwie porös aus. Ob da vielleicht “falsche Luft” angesaugt wird? Ich hatte meine Befürchtung in einem EX150 Forum beschrieben und erhielt prompt die Antwort: “Das sieht aber posös aus... Da wird bestimmt “falsche Luft” angesaugt.” Nun gut. Irgendwann war ich dann mal in einer großen Berliner Werkstatt (die ich seitdem nie wieder betreten werden...) und wollte dort meine Hinterradschwinge reparieren lassen. Statt sich um den eigentlichen Grund des Werkstattbesuches zu kümmern rief mich die Werkstatt 5 Tage später an, da wäre ja so viel kaputt an dem Roller, ob ich denn nicht einen der günstigen neuen Roller dort finanzieren wolle... Z.B. sei der Ansaugstutzen porös und würde sicher “falsche Luft” ansaugen...

Also gut. Ich hab dann meinen Roller unter absingen schmutziger Lieder und widerwilliger Bezahlung einer 59Euro Rechnung für einen Kostenvoranschlag wieder aus dieser Fachwerkstatt abgeholt. Natürlich ohne, dass sich jemand um meine Hinterradschwinge gekümmert hätte.
Ich hab mir dann also bei ebay einen neuen Ansaugstutzen gekauft. Nicht irgendeinen originalen von Piaggio, nein, einen > Tuning Ansaugstutzen < für SKR, TPH und HEXAGON EX. Kostete damals noch mehr als heute, nämlich 19,50 Euro und um die 5 Euro Porto. Gut. Als ich den dann irgendwann mal getauscht habe stellte ich 2 interessante Dinge fest:

1. Der Tuning Ansaugstutzen war identisch mit dem original Ansaugstutzen der EX150. Gleiche Bauart, gleicher Durchmesser, vielleicht sogar gleicher Hersteller...

2. Der “poröse” alte Ansaugstutzen war beim besten Willen nicht porös und wäre es in den nächsten 100Jahren wohl auch nie geworden. Der ist nämlich so dickwandig, der kann nur porös werden, wenn man eine Bohrmaschine oder ein Teppichmesser benutzt um ihn mutwillig zu zerstören. Und selbst das ist harte Arbeit, wie ich hinterher probiert habe...

Also ein voller Reinfall. Als ich das hinterher in dem gleichen Forum beschrieb antworteten andere: Ja, da wären sie auch schon darauf reingefallen. So porös wie er aussieht ist er also doch nicht...

Nun gut. Man lernt ja nur, wenn man Geld ausgibt und sich zum Trottel macht... Hier wenigstens für die, die nun ihren “porösen” Ansaugstutzen nicht mehr wechseln werden ein Einblick in eine ansonsten verschlossene Stelle des Motor: Die Membrane im Ansaugtrakt, da wo normalerweise der Ansaugstutzen an den Zylinderkopf angeschraubt ist :

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EX150 porösen Ansaugstutzen wechseln