So, jetzt das Ganze nochmal von vorne und diesmal richtig. Nach kurzer aber intensiver Andacht habe ich festgestellt, dass man um das Bohren einiger Löcher nicht herumkommt. Um die Spannung nicht endlos auszureizen hier, in Farbe und schön groß, schonmal vorab das Endergebnis:

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Wir sehen mit Freude, dass hier mehrere Mücken mit einem Schlag erledigt wurden. Da ist zunächst einmal die leidige Sache mit der Scheibe. Die hat nun, wo der Stellmotor weiter “innen am Rand” sitzt wieder Luft und Platz hernieder zu kommen. Die Zugstange, mit der man die Tür öffnet passt hier wunderbar an dem Ausgang mit den Kabeln des Stellmotors zusammen. Da man beim zBulli2006-09-30-115019iehen am Türöffner diese Stange auch noch systembedingt mit nach unten zieht, passt das hervorragend. Die beiden Löcher oben und unten, um das Lochblech zu befestigen, bohrt man mit einigermaßen Gefühl und Augenmaß. Idealerweise hat man einen aufgeladenen Akkuschrauber und die passenden Metallbohrer irgendwo rumliegen. Achtung! Was will und dieses Bild hier rechts sagen ? Bohren ist eine spanende Angelegenheit! Spanend, nicht spannend! Wenn man sich nicht um die abfallenden Bohrspäne kümmert und, wie hier im Bild zu sehen, Vorsorge betreibt, dann fallen all diese kleinen Dinger ganz unten in die Tür und fangen sofort an zu rosten. Die rosten da solange, bis sie unten aus der Tür wieder ‘rauskommen. Und da ich nicht ausprobieren wollte, wie lange die dazu brauchen hab ich sie gar nicht erst in die Tür ‘rein fallen lassen.

Bulli2006-09-30-101830Achtung! Wir bohren hier kein Loch für einen Dübel in eine Betonwand. Wenn man Metall bohrt, dann müßte man das eigentlich erst körnen, denn sonst “läuft” einem der Bohrer weg. Aber es soll ja “quick & dirty” sein. Also bohren wir erstmal mit einem kleinen Bohrer ein kleines Loch. z.B. 2mm. Danach bohren wir das “auf”, mit einem dickeren Bohrer. Und wir bohren auch nicht mit voller Drehzahl, wild am Akkuschrauber wackelnd bis das Metall schmilzt, sondern mit Geduld und Gefühl. Je gewaltvoller man da ran geht, umso mehr “Grat” hängt später hinten am Bohrloch. NEIN, nicht mit dem Zeigefinger da hinten rumfummeln und versuchen diesen Grat irgendwie abzubrechen. Die spezifische Dichte von Metall ist weit höher als die von Haut. Soll heißen, Metall kann sich in Haut ‘rein schneiden, und das ziemlich schnell und tief. Und diese Wunden heilen ewig und drei Tage nicht, weil sie erst von innen raus wachsen müssen. Und dann auch noch der Finger, mit dem man sonst in der Nase bohrt... Also:
Augen auf im Strassenverkehr!

Bulli2006-09-30-102536Bei all der Freude über den festgeschraubten Stellmotor haben wir eventuell eine Kleinigkeit übersehen: Wie öffnet und schließt der Stellmotor eigentlich die Tür? Dabei hilft uns dieser kleine gebogene “Draht”, den wir von einem der 4 mitgelieferten langen Stücke abgeschnitten haben. Ob nun wie hier 4cm oder noch weniger entscheidet sich ziemlich spontan am Schluß der Arbeit. Überlegen wir noch mal kurz, wie die Tür eigentlich üblicherweise verriegelt wird. Man dreht mit dem Schlüssel den Schließzylinder in eine Richtung und die Tür ist auf oder zu. Toll. Aber unser Stellmotor kann nicht drehen. Er kann nur schieben oder ziehen. Wir nutzen hier ein “Abfallprodukt” des Schließvorganges aus: Die Bewegung des “Pin”. Der kleine schwarze Pin, mit dem man von innen die Tür verschließen oder freigeben kann. Was macht der? Richtig: rauf und runter. Na, und dabei hilft ihm in Zukunft der Stellmotor. Er schiebt oder zieht die Stange, auf der dieser Pin oben aufgeschraubt ist, hoch oder runter. Und dazu befestigen wir diesen kleinen Draht hier rechts im Bild an dieser Schubstange vom Pin.

Bulli2006-09-30-101752Hier sehen wir eines dieser 4 mitgelieferten Teile mit den 3 Schrauben. An der einen Seite ist es offen, so dass es auf die Schubstange des oben in schwarz herausguckenden Pin aufgeschoben und mit dieser verschraubt werden kann. Die 3. Schraube links wird dann mit dem zurechtgebogenen und durch das Loch am Ende des Stellmotors geschobenen Draht verschraubt. Das probiert man ein paarmal aus, so dass man den idealen Punkt ermittelt, an dem der Draht festgeschraubt wird, so dass der Stellmotor oben ist, wenn der Türpin oben ist, und unten, wenn die Tür verriegelt ist. Jetzt ist das ganze ein bisschen “improvisiert”, denn der Stellmotor möchte gerne seine vollen 2cm aus- oder einfahren, und das auch noch möglichst ohne dabei von seinem geraden Lauf abgebogen zu werden. Deswegen muß man hier ein wenig “fummeln”, bis es so ungefähr passt. Jetzt liegen diese 3 Schrauben aber so weit oben, dass man da sehr schlecht mit dem Schraubenzieher ran kommt. Da hilft nur “Mut zur Lücke”. Im Eingangsbild, ganz oben sieht man die Lösung: Ein “Service-Loch”. Ein schön groß gebohrtes Loch, durch das man mit einem Schraubenzieher kommt, und das idealerweise da gebohrt wurde, wo diese 3 Schrauben auch ab und zu in Endposition liegen.

Die Mutter, die ich da zusammen mit einer Unterlegscheibe von hinten auf die durch das Türblech und das Lochblech gesteckte Schraube gedreht habe, hab ich hinterher noch mit einer 2. Mutter “gekontert”. D.H. die sollten sich gegenseitig sichern. Zusätzlich hilft auch z.B. ein Tropfen Farbe darauf das “vonselbstaufdrehen” zu vermeiden. Es kann sowieso nicht schaden, da kräftig ‘drüber zu pinseln, denn das gebohrte Loch fängt auch schon an zu rosten, noch ehe man sich am Ende des Einbaus selbst auf die Schulter klopft. Ich weiß, ich weiß, “quick & dirty”, und “Das wird schon nicht so schnell rosten”... Doch, es wird!

Bulli2006-09-30-105521OK, jetzt schließen wir nur noch die Kabel an und fertig. Ja, von wegen... Erstmal müssen die Kabel ja bis da hin ?! Und ein bisschen Kabelbinder kann auch nicht schaden, damit die Strippen hinterher nicht in der Tür herum vagabundieren und der Scheibe im Weg sein. Ja, ich geb’s zu. Ich hab mal “Nachrichtengerätemechaniker” gelernt. Also ein bisschen Liebe zum Kabel bringe ich von Natur aus mit. Hier rechts sehen wir einen Blick hinter das Handschuh-Fach, rechts unten im Armaturenbrett. Da gibt es dieses schön große Loch von oben in den Luftkanal. Und das Gegenstück dazu ist in der Tür. Ebenfalls ein schön großes Loch im Luftkanal. Das ganze machen wir etwas sauber, so das Klebeband hält, und umwickeln die Kabel mit Isolierband und/oder pappen es mit “Ducktape” fest. Das ist dieses dicke, silberne Klebeband, was man mit den Zähnen zerreißen kann. Achtung. Die Kabellängen sind für rechts und links unterschiedlich. Man muss darauf achten, dass man für die rechte Seite die 5 Kabel erwischt, die länger sind, so dass der Anschluß-Stecker für die spätere “Black-Box” dann nahe dem Sicherungskasten zu liegen kommt!

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Ja und dann einigermassen ordentlich mit Kabelbindern bis zum Stellmotor hin verlegen. Immer die doofe Scheibe im Hinterkopf, die ja später wieder rauf und runter will...
Generationen von Elektrikern geben sich ein Geheimnis mit in die nächste Generation: Immer Kabel übrig lassen. Man weiß nie, wann man es nochmal braucht... Deswegen diese “Ehrenrunde” am Schluß.

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Ich trau der Sache nicht so ganz, deswegen hab ich das hinterher noch mit Isolierband gegen aufscheuern gesichert. Mit Kabelbindern muß man auch nicht sparen.

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OK, verlassen wir nun diesen Ort des Grauens, und wenden uns der Fahrertür zu. Bis dahin ist es ein weiter Weg. Nicht nur für die Kabel... Klick auf den wartenden Typ, oder oben im Menü für die nächste Seite!

Buerotyp03
ZV Einbau in die Beifahrertür des VW T3