Japanesisches Spielzeug WerkzeugBis hierhin war alles noch Spielerei. Du hast mit Akkuschrauber oder Bohrmaschine deinen ohnehin vorhandenen Maschinenpark eingesetzt und das Verletzungsrisiko war eher gering. Aber jetzt geht’s los... Du musst 2 Schlitze in Blech bekommen. Einmal in die Schiebetür selbst und einmal in die B-Säule hinter dem Beifahrer. Anfangs denkst du noch, das bekomm ich schon hin... Ein paar Löcher bohren und vielleicht mit dem Bohrer die Löcher zu Langlöchern lutschen, die zusammenwachsen zu einem großen Schlitz und irgendwie passt das schon. Na viel Spaß. Man bereut spätestens hier, dass man bei der Auswahl des Lehrberufes vor vielen Jahren nicht daran gedacht hatte, dass man später einen T3 fahren wird.
Metallbearbeitung sollte, ebenso wie eine kaufmännische Grundausbildung, zum Schulfach bestimmt werden...
Ich hatte mir gerade kurz vorher bei ebay eine kleine Bastelmaschine gekauft. So ein billiges China-Teil zum “dremeln”. Da gab es auch Diamant-Trennscheiben mit dazu, mit denen man Metall bearbeiten kann. Ja toll. Man lernt innerhalb von 2 Minuten, warum man bei Metallbearbeitung eine Schutzbrille braucht!!! Mir flog gleich am Anfang schon ein kleiner aber glühender Metallbrocken mit viel Schwung so dicht an meinem Auge vorbei gegen die Augenbraue, dass es erschreckend weh getan hat. Nun ist dieses “Blech” der B-Säule auch noch 3lagig. Das kann man leider nicht mit solch kleinem Spielzeug zum Gläser Gravieren sinnvoll bearbeiten kann. Es war also ein Baumarkt-Besuch angeraten und zum ersten Mal in meinem Leben war ich kurz darauf Besitzer eines Winkelschleifers. Üblicherweise wird sowas nicht für hausinterne Basteleien benötigt, aber man(n) träumt doch manchmal davon so routiniert wie die Profis zu tun... Nun wollte ich ja nur relativ wenig Blech weg haben und da sah ich auch so schöne, schnuckelige kleine Trennscheiben in der Einspanngröße 100mm. Aber dummerweise keine passenden Geräte dazu, wo man die auch hätte einspannen können. Also bin ich mit dem “Angebot der Woche” für 14,95 €uro nach Hause zurück gefahren: Ein Winkelschleifer für 150mm Scheiben. 2 Trennscheiben für Metall dazu und endlich eine Schutzbrille.

Wo rohe Kräfte sinnlos waltenJuchu... so viel Spaß für wenig Geld... Sylvester, wann immer man will. Der inzwischen dunkle Himmel über Berlin wurde wieder erleuchtet, als ich mit viel billiger Technik, roher Gewalt und mittlerweile dem Mut der Verzweiflung den schönen roten Lack und das Blech darunter weg geschmolzen habe. Ein Geruch stieg auf, wie er in Selbstschrauber-Werkstätten schon am Hoftor sicher den Weg in die große Ruhmeshalle der Bastler weist. Ein Geruch weggebrannten Metalls, der zielsicher in die Polster der Rückbank einziehen und sich dort heimisch finden wird. Da man üblicherweise keine Erfahrung mit solchen Werkzeugen hat, muss man schon aufpassen und lieber einmal zu viel wieder absetzen und nachsehen was man da eigentlich gerade macht. Aber schnell vergessen ist die bisherige Mühe des Löcher bohren und aufbohren.

Wie man es nicht machen sollteGut, nachdem man lange gemessen, eingepasst, probiert hat kommt der Moment, wo man mit eingeschraubtem Kontakt in Rahmen und Tür eben Diese zu macht um sein Werk zu betrachten. Hier blitzt entweder wahnsinnige Freude über das erreichte Ziel auf, oder es trifft einen der Schlag. Mich zumindest traf dieser mit voll Wucht, als ich mir meinen, unter soviel Mühe, selbstfabrizierten Mist angesehen habe. Der Kontakt in der Tür war ja durch die umlaufende Plastik-Seite einigermaßen vorgegeben in seinem Einbauort. Der Kontakt mit den 4 Pinnen in der B-Säule hingegen war nach meiner Bastelei zu weit links. Es trafen sich die 4 Pinne mit dem Plastik des Türkontaktes, was, und soviel sagte mir die Erinnerung an mein Studium der Elektrotechnik vor vielen Jahren, rein elektrisch betrachtet einen ziemlich hohen Übergangswiderstand mit sich brachte... Zu hoch jedenfalls für einen stromfressenden Stellmotor... Wie konnte das passieren? Hatte ich nicht zig mal gemessen, probiert... Ich hatte dummerweise auf Fotos Anderer nachgesehen, wie die das gemacht hatten. Und danach war ich der Ansicht, dass der kleine Türkontaktschalter, der schon im (dort einlagigen) Blech steckt, mit einer Ecke an die gegenüberliegende Ecke des 4er Pin Kontaktes stoßen würde. War leider eine ziemlich falsche Annahme, wie ich nun wusste. Und ich wusste auch, dass durch ein Versetzen des Kontaktes nach rechts die beiden Schrauben, die die 4 Pinne im Türholm zurückhalten, nun irgendwie in der Luft hängen würden... OK, hier war erstmal wieder geordneter Rückzug angesagt und leises, unauffälliges verkrümeln in die Badewanne wo man dann unter Wasser erstmal ganz laut “Scheiße” schreien kann...

Bulli2006-10-18-073022Im Baumarkt gibt es dann an nächsten Nachmittag “hobbycolor - das neue Bastelerlebnis”... Als ob ich nicht schon genug Bastel-Erlebnisse hätte... Gut, das ist also ein 3mm starker Kunststoff, den es in verschiedenen Plattengrößen zu kaufen gibt. Der lässt sich ganz einfach mit einem Teppichmesser zurechtschneiden. Ich dachte erst, hier ein Metall als Abdeckung meiner Baugrube zu benutzen, aber das wäre wieder ein Riesen Aufwand geworden um da einen kleinen Schlitz rein zu bekommen. Also lieber Plastik. Macht sich auch optisch besser. Weil nun dort im B-Träger vom Wagen ein relativ großer Ausschnitt entstanden war, hab ich auch gleich noch 3 grüne LEDs mit in dieses Plastik eingebaut, damit man im Dunkeln den Türgriff schneller findet. Aber das ist Elektro-Bastelei.
Nach diesem Foto war dieser Schalter dann plötzlich in einem großen schwarzen Loch verschwunden. Ich hab ihn wochenlang nicht wieder gefunden... Also musste ich mir doch tatsächlich den kompletten Türkontakt noch mal bei ebay kaufen. Doppelt so teuer...

Ja, und dann kam die Sache mit dem Anschluss. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich es nicht wieder machen würde. Es ist ein ziemlicher Aufwand die Kabel zuerst hoch, über die Beifahrertür zu bekommen und dann wieder runter zu den 4 Pinnen. Ich hab ewig gebraucht mit meinen dicken Fingern... Zuerst hab ich die rechte Sonnenblende abgeschraubt und dort durch das Loch das erste Kabel runter geschoben. Nach 10 Versuchen kam das auch endlich unten an. Dann mit diesem Kabel unten ein 2. verbunden und beide zusammen hochgezogen usw. Dann weiter bis zum Loch für die Beifahrer Innenleuchte. Dazu muss man natürlich den Himmel ab machen. Mit dem Schraubenzieher zwischen Himmel und Türrahmen und aufhebeln. Von der Sonnenblende bis zur B-Säule. Und dort hinunter müssen dann die Kabel auch irgendwie. Das waren noch mal gut 2 Stunden Fummelei bis dann endlich alles angeschlossen war. Eine bis dahin fehlende Beifahrer Innenleuchte hab ich gleich neu mit angeschlossen.

Dieser Einbau in für die Schiebetür hat mich viel Zeit, Geld und Schweiß gekostet. Es war mehr Aufwand als ich gedacht hatte. Aber jetzt kann ich bei Aldi auf dem Parkplatz schon von weitem die Tür aufschließen, und das versöhnt dann doch ein wenig. Aber nochmal würde ich das nicht machen...

Einbau des Kontaktes für die Schiebetür